Motorcycle Morocco Tours
Kurvenreiche Straße durch das Atlasgebirge in Marokko
Hoher Atlas und Mittlerer Atlas

Das Atlasgebirge mit dem Motorrad

Das Rückgrat aus Bergen, das den Flug nach Marokko lohnend macht.

Der Atlas ist der Grund, warum die meisten nach Marokko fahren und nicht in ein näheres Land. Zwei Pässe tragen die Hauptlast: der Tizi n'Tichka, der auf der Hauptstraße Marrakesch–Ouarzazate bei rund 2.260 m seinen höchsten Punkt erreicht, und der ältere, schmalere Tizi n'Test weiter westlich mit etwa 2.090 m. Beide wurden in den vergangenen Jahren ausgebaut oder neu asphaltiert, der Belag ist also meist besser als sein Ruf — die Herausforderung sind Steigung, Ausgesetztheit und Verkehr, nicht Schlaglöcher.

Wie die Straßen wirklich sind

Der Tichka ist breit, gut ausgebaut und stark von Lastwagen befahren, die sich die Steigung hinaufquälen; Platz zum Überholen entsteht und verschwindet schnell. Der Test ist das Gegenteil — schmal, streckenweise einspurig mit Abbruch auf einer Seite, deutlich weniger Verkehr und ein Belag, der ein gleichmäßiges Tempo mehr belohnt als ein schnelles. Dazwischen hat der Mittlere Atlas rund um Ifrane und Azrou wieder einen anderen Charakter: lange, weite Kurven durch Zedernwald, näher am alpinen Fahren als an der Wüste.

Höhe und Wetter ändern sich schnell

Beide Hauptpässe können bis in den späten Vormittag Wolken halten, und der Temperaturunterschied zwischen Marrakesch und dem Scheitelpunkt beträgt regelmäßig zehn bis fünfzehn Grad. Im Winter wird der Tichka gelegentlich wegen Schnee gesperrt, der Test häufiger; beide Sperrungen sind mehr als ein bis zwei Tage im Voraus nicht vorhersehbar. Wie kalt sich die Abfahrt nach einem warmen Start in der Ebene anfühlt, wird regelmäßig unterschätzt.

Wo der Atlas in eine Route passt

Der Atlas ist eine Querung, kein Ziel, das man umrundet. Fast jede Marokko-Route nutzt ihn, um zwischen den Königsstädten im Norden und der Wüste im Süden zu wechseln. Das heißt, man fährt ihn meist zweimal — hin und zurück — und es lohnt sich, je nach Jahreszeit in jede Richtung einen anderen Pass zu nehmen.

Jenseits der beiden berühmten Pässe

Tizi n'Tichka und Tizi n'Test bekommen die Aufmerksamkeit, aber die Nebenstraßen sind oft die bessere Fahrt: die Straße durch das Ounila-Tal hinunter Richtung Ait Benhaddou, die kleineren Pässe um Telouet und die ruhigeren Routen ostwärts zum Dades. Sie tragen einen Bruchteil des Verkehrs — und hier zahlt sich ein Guide aus, der die Region wirklich fährt.

Gut zu wissen

  • Kraftstoff gibt es in den größeren Orten, auf den kleineren Pässen aber nur spärlich — vor dem Anstieg volltanken
  • Auf dem Tichka geben Lastwagen das Tempo vor; Überholvorgänge früh planen und in Kurveninnenseiten mit Splitt rechnen
  • Auch im Sommer eine warme Schicht mitnehmen — auf den Gipfeln ist es deutlich kälter als in den Tälern
  • Auf beiden Hauptpässen sind Wintersperrungen möglich und werden kurzfristig entschieden

Dauer

Die meisten queren den Atlas an einem Tag pro Richtung. Zwei bis drei Tage erlauben es, die kleineren Pässe und Seitentäler zu nutzen statt nur die Hauptstraße.

Beste Reisezeit

Frühjahr und Herbst sind am angenehmsten: offene Pässe, klare Luft und moderate Temperaturen. Der Sommer ist fahrbar, aber auf der Südabfahrt heiß, und im Winter besteht eine reale Chance auf Sperrungen durch Schnee.

Unterwegs

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Häufige Fragen

Ist der Tizi n'Tichka schwierig zu fahren?
Technisch nicht — der Belag ist gut und die Kurven sind offen. Die Schwierigkeit ist der Verkehr: schwere Lastwagen auf einer langen Steigung mit wenig Platz zum Überholen. Wer zu Hause auf Bergstraßen sicher unterwegs ist, kommt problemlos zurecht.
Welcher Atlas-Pass ist mit dem Motorrad der bessere?
Der Tizi n'Test ist die lohnendere Fahrt — schmaler, ruhiger und eindrucksvoller —, dauert aber länger und ist ausgesetzter. Der Tichka ist schneller und bei schlechtem Wetter verlässlicher. Wenn es der Zeitplan erlaubt, fährt man je einen pro Richtung und bekommt beides.
Können die Atlas-Pässe gesperrt werden?
Ja, vor allem im Winter und vor allem wegen Schnee. Die Sperrungen sind meist kurz, werden aber sehr kurzfristig bekannt gegeben. Das ist einer der Gründe, warum wir Alternativrouten im Kopf behalten, statt uns Monate im Voraus auf eine Linie festzulegen.

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